Das Lied der Lüge

Nominiert für den DeLiA-Literaturpreis 2012!

Der Preis ist mit € 1000 dotiert, sowie einem von Lovelybooks gesponserten Marketinpaket in Höhe von € 3.500





Ein fesselnder Roman über zwei verzweifelte Frauen, die vom Schicksal zusammengeführt werden - und für ein ganzes Leben miteinander verbunden sind

London, 1906:
Susan ist verzweifelt - ihr Ehemann sitzt im Gefängnis, für ihren kleinen Sohn und für sich kann sie kaum ein Dach über den Kopf und ein tägliches Essen finanzieren, und nach einer sexuellen Nötigung ist sie erneut schwanger. Da kommt ihr das Angebot der reichen Lady Lavinia gerade recht: Die Dame kann keine eigenen Kinder bekommen und bietet Susan an, deren Ungeborenes als ihr eigenes anzunehmen und großzuziehen.
Unter strengster Geheimhaltung gelingt dieses Vorhaben, und Susan erhält eine größere Summe, die ihr den Start in ein neues, ein besseres Leben ermöglichen soll. Doch alles kommt anderes als geplant. Bald schon gerät Susan in einen Strudel von Neid, Missgunst, Intrigen und in tödliche Gefahr ...

Der Roman lässt die großen Zeiten des Theaters Anfang des 20. Jahrhunderts ebenso wieder aufleben wie die Frauenrechtsbewegung der Suffragetten, die in ihrem Kampf für das Frauenwahlrecht vor nichts zurückschreckten ...

Weltbild Verlag, Hardcover, 731 Seiten
ISBN 978-3-868-00618-6                     € 9,99

„Sie erwarten ein Kind?“ Lavinias Augen flackerten unruhig. „Was ist mit dem Vater? Hat er Sie sitzenlassen? Ich nehme nicht an, dass Sie verheiratet sind.“
„Oh, doch!“ Trotzig streckte Susan das Kinn vor. „Mein Mann kann sich derzeit nur nicht um mich und unseren Sohn kümmern.“ Susan war nicht gewillt zu erzählen, dass ihr Mann seit über einem Jahr wegen schweren Raubes und Körperverletzung im Gefängnis von Wandsworth einsaß, also nicht der Vater ihres ungeborenen Kindes sein konnte. Sie hatte nun endgültig genug von Lady Lavinia, ihrem vornehmen Getue und Gejammer. Mochte sie in ihrem Haus auch mehrere Badezimmer und weiche Handtücher haben – sie wollte nur noch von hier fort.
Ohne Lavinia weiter zu beachten, stand Susan auf und ging zur Tür. Eine Hand bereits auf dem Knauf, hörte sie, wie Lavinia rief: „Geben Sie mir Ihr Kind! Ich meine das Ungeborene. Sie können es für mich austragen, und ich werde Sie dafür gut bezahlen. Dann sind Sie Ihre Sorgen los.“
Susan glaubte, sich nun wirklich in einem Traum zu befinden, allerdings wandelte dieser sich zu einem Alptraum. Mit einem Schnauben fuhr sie herum.
„Sie sind ja verrückt und wissen nicht mehr, was Sie sagen! Ich hätte Sie am besten im Wasser lassen sollen.“
„Es ist mein Ernst.“ Plötzlich klang Lavinias Stimme ruhig und leise. „Wir könnten auf unseren Sommersitz nach Cornwall fahren. Mein Mann würde uns dort nicht besuchen, über den Winter kann er London nicht verlassen. Dort bekommen Sie in aller Ruhe Ihr Kind, das ich als das meinige annehmen werde. Den Leuten dort kann ich hundertprozentig vertrauen, sie würden ihr Leben für mich opfern, wenn es sein müsste. Wenn alles vorbei ist, gebe ich Ihnen ...“ Sie zögerte kurz und runzelte nachdenklich die Stirn. „Sagen wir eintausend Pfund. Wenn Sie mit dem Geld gut haushalten, reicht es einige Jahre und kann Ihnen den Start in ein neues Leben ermöglichen.“
Die Summe fuhr wie ein heißes Eisen durch Susans Körper. Eintausend Pfund! Sie hatte keine Vorstellung, wie viel das war, es hörte sich jedoch unglaublich hoch an. Lavinia bemerkte Susans Zögern. Sie trat neben sie, legte eine Hand auf Susans Schultern und sah ihr eindringlich in die Augen.
„Überlegen Sie sich mein Angebot, Sie wissen ja, wo Sie mich finden.


Ricarda Martin

Süffig, üppig, abenteuerlich

Familien- / Frauensagas gestern und heute