Das Ebenbild der Königin
Klappentext

Margret, das Kind einer als Hexe verfolgten und hingerichteten jungen Frau, wächst auf dem Landgut ihrer Pflegeeltern in den Hügeln der Cotswolds auf. Nach dem Tod ihrer Ziehmutter beginnt für sie eine harte Zeit. Sie wird aus dem Haus gejagt, muss sich allein durchschlagen und gerät durch eine Verwechslung in höchste Gefahr. Vor der unvermeidlich scheinenden Hinrichtung rettet sie in letzter Minute Otis Pendellion, verarmter Adliger aus Cornwall, der sich als Sänger in Londoner Kneipen seinen Lebensunterhalt verdient. Durch die Heirat mit ihm, dem Ungeliebten, gelingt es Margret, dem Tod zu entgehen. Sie wird jedoch tief in einen Strudel skrupelloser Machtpolitik um den englischen Thron gezogen. Neid und Missgunst, sowie ihre Liebe zu einem verheirateten Mann und ihre Ähnlichkeit mit Königin Elisabeth I. bringen sie immer wieder in Schwierigkeiten. Als es zu einer Begegnung mit der Königin kommt, scheint Margrets Leben besiegelt zu sein.

Moments

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Nebel waberte über den dunklen Gassen von Winchcombe. In frühestens einer Stunde würde die Sonne aufgehen, dennoch waren schon viele Menschen an diesem Morgen auf den Beinen. Heute war Markttag in dem kleinen Städtchen in den Hügeln der Cotswolds in der englischen Grafschaft Gloucestershire. Kaufleute aus der ganzen Umgebung strömten durch die Tore in Richtung Marktplatz, und auch die Bewohner verließen eilig ihre Häuser, denn noch etwas anderes ließ die Menschen an diesem Morgen ungeduldig den Sonnenaufgang erwarten. Beim alten Marktkreuz, das dort schon seit über zweihundert Jahren steht, schleppten Männer eifrig Holz herbei und errichteten einen Scheiterhaufen. Sie mußten schnell arbeiten, bei Tagesanbruch - so hatte es geheißen - würde man die Hexe hinrichten. Dieses Ereignis ließ den Markttag fast in den Hintergrund treten, da es seit über zehn Jahren in Winchcombe keine Hexenverbrennung mehr gegeben hatte. Natürlich waren Diebe und Mörder gehängt oder gevierteilt worden, das Verbrennen einer Hexe war ein besonderes Schauspiel, zumal jeder in der Stadt die Verurteilte kannte.
Ein leuchtender Morgen zog am Horizont herauf, die Sonne strahlte vom wolkenlosen Himmel. Die Straßen um das Marktkreuz füllten sich mit immer mehr Menschen, so daß für Pferde und Karren fast kein Durchkommen mehr möglich war. Doch die Stadtwächter verstanden ihre Arbeit. Schnell und umsichtig leiteten sie die auswärtigen Kaufleute mit ihren Waren über andere Wege zu den Marktständen. Fremde fragten interessiert nach dem Grund der Menschenansammlung und begaben sich, nachdem sie ihre Waren aufgebaut hatten, ebenfalls vor den Scheiterhaufen. Ehe die Hinrichtung nicht vollzogen war, würden sie ohnehin keine Geschäfte machen.
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Rebecca Michéle

Historische Romane vor dem Hintergrund der englischen Geschichte um große Gefühle und  Leidenschaft





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